Neben den herkömmlichen Motorrädern überraschen die Hersteller immer mal wieder mit gewagten Neuentwicklungen. In vielen Fällen verschwinden diese Exoten recht schnell wieder vom Markt, doch manche Konzepte können sich, zumindest für eine gewisse Zeit, durchsetzen.

Seitenwagen

Motorräder mit Seitenwagen, die auch als Motorradgespann, Beiwagenmaschine oder Motorräder mit Beiwagen bekannt sind, entstanden zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Das erste Motorrad mit einem seitlich angebrachten Beiwagen wurde im Jahre 1902 in England dokumentiert, und wenig später begann die industrielle Fertigung solcher Gefährte. In Deutschland kam 1905 der erste Seitenwagen auf den Markt, er wurde von den NSU Motorenwerken gefertigt.

Eine Blütezeit erlebten die Seitenwagen während den beiden Weltkriegen. Zahlreiche Armeen nutzten Motorräder mit Seitenwagen, entweder für den Personen oder den Materialtransport. Insbesondre in Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten wurden zu dieser Zeit sehr viele Seitenwagen, primär für militärische Zwecke, gefertigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Seitenwagen populär, allerdings hauptsächlich für zivile Zwecke. Automobile waren zu dieser Zeit für die meisten Bürger unerschwinglich, und so war ein Motorradgespann ein bezahlbare und nützliche Alternative.

Mit dem Wirtschaftswunder konnten sich immer mehr Haushalte ein Auto leisten, und so ging die Bedeutung der Seitenwagen in den 1960er- und 1970er-Jahren stark zurück. Heute sind die Seitenwagen wieder aus dem Straßenbild verschwunden. Man trifft sie aber noch immer bei Oldtimertreffen an, wo Liebhaber ihre aufwendig restaurierten Gefährte mit viel Stolz zur Schau stellen. Darüber hinaus zieren sie auch T-Shirts aus dem Kidsbrandstore.de und viele weitere Produkte.

BMW C1

Ein Beispiel für eine Neuentwicklung mit mäßigem Erfolg ist der BMW C1. Das Unternehmen hatte festgestellt, das sich viele Motorradfahrer, insbesondere im Stadtverkehr, über den vorgeschriebenen Helm ärgerten. Ihre Lösung für dieses Problem war ein überdachter Motorroller, bei dem der Fahrer mit einem Gurt fixiert ist. Dadurch entfiel die Helmpflicht und der Fahrer war auch noch etwas vor der Witterung geschützt.

Die Idee für den BMW C1 entstand 1992, und das Unternehmen begann mit der Entwicklung von Prototypen. 1997 konnte die Konzernleitung vom Konzept überzeugt werden, und weniger als drei Jahre später verließen die ersten Serienmodelle die Produktionshallen. Der erwartete Erfolg blieb aber aus. Motorradfahrer blieben ihren klassischen Modellen treu und Großstädter, für die das Gefährt gedacht war, benutzten lieber das Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr. So verschwand das seltsame Gefährt 2003 ohne Nachfolger wieder vom Markt.

Harley-Davidson LiveWire

Als die Kultmarke Harley-Davidson 2014 ein Motorradprotypen mit Elektromotor vorstellte, glaubten viele an einen schlechten Scherz. Der lautlose Antrieb und die legendäre Motoradmarke schienen einfach nicht zusammenzupassen. Doch Harley-Davidson meinte es ernst, und der Prototyp begab sich bald auf eine Tour zu verschiedenen Geschäften, wo Motorradfahrer das Gefährt probefahren konnte.

Anscheinend verliefen diese Tests überwiegend positiv und so gab Harley-Davidson 2018 bekannt, dass ein weiterentwickeltes Model mit Elektromotor in Serie gehen werde. In der Zwischenzeit lacht niemand mehr, den der Boom bei Tesla hat gezeigt, dass batteriegetriebene Mobilität und Leistung durchaus zusammenpassen. Der Verkaufsstart für die Harley-Davidson LiveWire ist nun für den Sommer/Herbst 2019 geplant.

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